Was ist Aikido

Aikido, die unvergleichliche Kampfsportart.

Aikido ist eine junge Budokunst, die erst in diesem Jahrhundert entwickelt wurde. Morihei Ueshiba, der Begründer sagt dazu: «Da das japanische Wort Ai sowohl für Harmonie als auch für Liebe steht, beschloss ich meine unvergleichliche Budokunst Aikido zu nennen, obwohl das Wort Aiki ein sehr altes ist. Dieses Wort wurde von den Kriegern in der Vergangenheit benutzt, jedoch in einer Bedeutung, die sich grundlegend von der Bedeutung unterscheidet, die ich dem Wort gebe. Aiki ist keine Technik, um den Feind zu bekämpfen oder zu besiegen, es ist der Weg, die Welt zu versöhnen und aus den Menschen eine Familie zu machen. Das Geheimnis des Aikido ist es, sich mit den Bewegungen des Universums in Einklang zu bringen und mit ihm zu harmonisieren. Derjenige, der das Geheimnis des Aikido erfasst hat, trägt das Universum in sich und muss sagen: ’Ich bin das Universum’.»

Obwohl, oder gerade weil es im Aikido keine Wettkämpfe gibt, ist Aikido sehr effizient. Geübt wird aber nicht um zu gewinnen, sondern um zu lernen.


WIE WIRD AIKIDO GEÜBT
Aikido ist kein Wettkampfsport mit den begleitenden Aspekten von Gewinner und Verlierer. Das Grundkonzept von Aikido basiert auf einem Angreifer-Verteidiger-Schema mit wechselnder Rollenverteilung. Die Techniken erscheinen in ihrer Ausführung harmonisch, fast tänzerisch. Ihre volle Wirkung entfalten sie aber erst nach mehrjährigem ernsthaftem Training. Ein wesentliches Prinzip im Aikido ist das Ausweichen und das Aus-dem-Gleichgewicht-bringen. Der Angreifer wird in eine Spiralbewegung geführt, bis er die Kontrolle über seine Angriffsbewegung verliert. Dabei erfolgt die Abwehr in einer Weise, die es dem Angreifer erlaubt, durch entsprechende Falltechniken unversehrt zu bleiben. Die Aikidotechniken werden anhand stilisierter Angriffsformen geübt. Es soll dabei nicht gelernt werden, auf einen spezifischen Angriff zu reagieren, sondern sich einer Angriffssituation anzupassen, einen Angriff anzunehmen. Jeder Angriff ist wieder anders. Ziel ist, eine geistige Haltung zu entwickeln, die in jeder Situation, am richtigen Ort, zum richtigen Zeitpunkt einem Angriff so begegnet, dass er ins Leere geht und neutralisiert wird.


WIE WIRD AIKIDO GELEHRT
Obwohl sich Aikido sehr umfassend definieren lässt und von vielen Meistern technisch und inhaltlich auch noch im Sinne von Morihei Ueshiba weitergelehrt wird, lässt es doch jedem Lehrer die Möglichkeit seine eigenen Erfahrungen aus dem Aikido oder aus seiner Lebenserfahrung einzubringen. So öffnet sich Aikido wieder seinen verschiedenen Teilaspekten und gibt dem Lehrer als auch dem Schüler die Möglichkeit diesen Sport von verschiedenen Blickwinkeln zu lehren oder zu betrachten.

Die Gymnastik ist komplex und obwohl auf die Bewegungsmuster des Aikido zugeschnitten als eigener Bereich interessant. Die Dehnübungen und die Aufwärmgymnastik beugen der Verletzungsgefahr von Muskeln, Sehnen und Bändern vor.

Die Atemübungen sind sehr meditativ und ruhig, lassen eine Annäherung zu ZaZen, Yoga, oder anderen Meditationstechniken zu. Es sind Übungsformen, die es erlauben die eher physischen Energien des Trainings auf eine feinere Ebene zu transformieren. Atem ist zugleich Nahrung für die Lebensenergie «Ki». Das Ziel dabei ist, die Gedanken fallen zu lassen und einen Bewusstseins-zustand zu entwickeln, der wach und aufmerksam im Moment wurzelt, ohne die üblichen Schatten von Furcht, Sorge und Zweckdenken.

Die Falltechnik ermöglicht es dem Angreifer die Techniken des Verteidigers aufzunehmen und unversehrt zu bleiben. Sie bringt den «Aikidoka» ganz grundsätzlich immer wieder auf den Boden der Tatsachen und schafft metaphysisch gesehen die Grundlage zum Wieder-Aufstehen.

Die Körperschulung und -wahrnehmung ist durch das Aikido ausserordentlich hoch. Durch die anspruchsvollen Koordinationsbewegungen und die komplexen Techniken lernt man, immer vorausgesetzt man ist offen dazu, Bewegungsmuster zu erkennen und mit der Zeit abzulegen. Aikido wirkt auf den Muskelaufbau harmonisierend und fördert die körperliche Fitness.

Der Aspekt der Selbstverteidigung kann sicher eingeschlossen werden. Dazu ist aber ein langjähriges, intensives Training nötig. Dann bietet Aikido ein wirkungsvolles Mittel um vor allem vorbeugend Ärgersituationen zu lösen, Aggressionen anzugehen oder sich auch im Notfall zu verteidigen. Im Mittelpunkt steht aber die Entwicklung der geistigen Kraft. Die rein körperliche und technische Entwicklung, auch wenn sie noch so perfekt ist, ist letzten Endes unbedeutend. Es wird immer wieder Gegner geben die noch schneller und noch stärker sind. Nur die Entwicklung der geistigen Kraft kann schliesslich zu einer Denkweise führen, die frei ist von Aggression und Angst, um dann die Konfrontation zu überwinden. Im Training wird immer mit einem Partner im Rollentausch gearbeitet. Die Erfahrung der gegensätzlichen Position ist wie das Polieren eines alten Spiegels. So kann man sich immer wieder selber betrachten als «Ich» in Beziehung zum «Du» um so auch auf psychologischer, therapeutischer Ebene seine Beziehungsmuster zu beobachten.

Aikido bietet genügend Werkzeuge um das Gelernte im Alltag umzusetzen. Um seinen Sinn und Geist zu erfassen, bedarf es – wie bei jeder anderen Kunstform – steter Übung und Vervollkommnung.

ACSA
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